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Letzte Aktualisierung: 21.02.2017

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Eine kurze Geschichte zum ersten Laptop der Welt

Eine kurze Geschichte zum ersten Laptop der Welt

Ein Mann, eine Mission: Bill Moggridge beschäftigte sich Ende der 70er Jahre mit der Symbiose aus Design und Technologie. Damals stand man noch vor Fragen, die für uns heute  ziemlich absurd klingen, weil wir unsere Welt, unsere Konsumgüter und die herrschenden Normen und Formate als selbstverständlich betrachten.

Der Industriedesigner musste damals eine Lösung dafür finden, komplexe Technologien an der Grenze des Machbaren mit funktionalem Design zu vereinbaren. Und er fand sie! Bill entwarf 1979 das Design für einen Rechner, der in die Computergeschichte einging. Dessen Name: „GRiD Compass 1101“. Es sollte der erste Laptop der Welt werden.

Im Jahre 82 wurde der Compass 1101 dann auch fertig gestellt. Als Betriebssystem diente GRiD-OS. Das Gerät wurde hauptsächlich vom US-Militär und Regierungsbehörden benutzt.  Der Compass 1101 war so leistungsfähig, dass er von der NASA mit ins Weltall genommen wurde. Der Prozessor, ein Intel 8086, ließ das Herz eines jeden Astronauten höher schlagen. Die 256 kb DRAM sorgten für ordentlich Dampf unter der Haube. Ein Elektrolumineszenz-Display mit 320×240-Pixeln meisterte alles, was ein Display können muss, mit Bravur. Das hieß damals noch CGA (Color Graphics Adapter), war also noch lange vor EGA, QVGA, VGA, SVGA usw… nur zur Erinnerung ;-) .

Ein „Bubble-Memory“-Modul mit 340 kb (zugegeben, ich musste nachschlagen, was ein Magnetblasenspeicher ist) sorgte für genügend Speicherplatz. Das Modem war mit einer Geschwindigkeit von 1 kb/s kaum aufzuhalten. Das Gerät war ein Superleichtgewicht und wog nur 5 kg! Der Preis: Günstige 8.000 – 10.000 US-Dollar; angesichts der illustren, potenten Zielgruppe war das wirklich ein Schnäppchen.

Mit dem GRiD Compass 1101 wurden Maßstäbe gesetzt, die heute noch für die allermeisten tragbaren Rechner gültig sind: Ein Klappgehäuse mit Magnesium-Legierung trennt einen flachen Bildschirm von einer kompakten Tastatur. Dazu kommen Designmerkmale, die heute geradezu modern sind; wie etwa die schwarze Außenhülle mit den abgerundeten Ecken. Für diesen zeitlosen Entwurf erhielt Moggridge nun den „Prince Philip Designers Prize 2010„, der zu den renommiertesten Auszeichnungen Großbritanniens gehört.

Schau ich mir die Bilder vom Compass 1101 an und vergleiche sie mit einigen aktuellen „Ausrutschern“ von namhaften Herstellern, so fällt mein Fazit eindeutig aus: Ehre wem Ehre gebührt!

Als Mitbegründer von IDEO, einem führenden Innovationsberater und -Trigger hat Bill viele weitreichende Einflüsse auf unseren Alltag genommen. Der Gewinner des diesjährigen „Prince Philip Designers“-Preises ist ein Mann, der „nur“ durch Design einen Riesenschritt für die Menschheit genommen hat. Man muss sich nur mal vorstellen, wie viele Ideen und Projekte heute weltweit an einem tragbaren Rechner entwickelt und bearbeitet werden. Und wenn ich bedenke, dass viele von diesen neuen Ideen und Projekten wiederum exponentiell voranschreitenden Technologien dienen, dann freue ich mich auf die Zukunft.

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Kommentare

  1. Geee

    Spannend zu sehen, was man durch Benutzerfreundlichkeit so alles erreichen kann. Mittlerweile haben ja sogar Netbooks 1 GB, also 1000 Megabyte RAM. Das musste man sich damals erstmal vorstellen können. Unmöglich. Ja, ich freue mich auch auf die Zukunft.

  2. Netbook-Shopper

    Was damals gefehlt hat, das war ein vernünftiges Betriebssystem. Kaum zu glauben, was die NASA so alles als “High-Tech” sah.

  3. Linsenlausphänomen

    Tolles Teil – bekommt man sowas heute noch irgendwo her? Von Sammlern?

  4. Rainer

    Wahnsinn 5 Kilo ein absolutes Leichtgewicht hehe
    hat ja irgendwie doch ähnlichkeit mit meinem Aspire one … ;-)))

  5. Hans Maier

    Bekommt man wahrscheinlich schon irgendwie von Sammlern und Liebhabern, aber wahrscheinlich um ein kleines Vermögen. Eine “Festplatte” mit 0,35MB – aktuelle Festplatten sind 5-6 Millionen mal größer.

    Aber echt genial was sich die letzten Jahre getan hat. Mir kommt ja vor, dass bei der nutzbaren/merkbaren Leistung sich nicht so viel getan hat, bzw. es die Software nicht ausnutzen kann, aber bei der Miniaturisierung, hatten wir einen riesen Sprung. Erst vor kurzem hat Samsung und Co ein Handy mit einem 1GHz Dual-Core heraus gebracht. Unglaublich!
    Wir sicher spannend was sich so in den nächsten 5 Jahren entwickelt.

  6. Anna

    Cooles Teil. Ich kann mich immerhin noch an meine ersten Gehversuche mit einem Apple Lisa erinnern und meinen ZX Spektrum.

  7. Jogi

    Der sieht aber deutlich moderner aus als ich gedacht hätte – das was ich bisher als erste Laptops gesehen habe sah doch ziemlich „antiker“ aus: kleiner 5″ Röhrenmonitor und etwa 20 Kg schwer. Bin also sehr baff hinsichtlich der Moderne des Gerätes.

  8. Nick

    Es ist für mich jedes mal aufs neue komisch, von alten Hightech Sachen zu hören. Für uns, die mit den derzeitigen Computern usw. aufwachsen ist die vergangene Technologie kaum vorzustellen.

  9. Channeling

    viel hat sich nicht verändert :-P

  10. oliver

    zehn jahre später: dass tandon Laptop lt386 : 80386er Prozessor, 16 mhz Taktrate,3,5 zoll Diskettenlaufwerk und mit 40 mb Festplatte, preis 1989 war 10595 dm

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